Köberl.
Kremser Schmidt.
Die letzten ihrer art.

Zwei Jahrhunderte trennen sie - und dennoch sind beide in gleichem Maße letzte Vertreter einer zu Ende gehenden Epoche.
Der eine - Martin Johann Schmidt, geboren 1718, gestorben 1801 - fertigte für seine konservative Auftraggeberschaft stimmungsvolle Andachtsbilder von höchster Qualität. Diese entstanden zu einer Zeit, als der gesellschaftliche Wandel mit seinen anti-klerikalen Tendenzen nicht mehr aufzuhalten war - mit dem Sieg der Aufklärung kamen dem Künstler zunehmend seine zahlungskräftigen Kunden abhanden.
Der andere - Wolfram Köberl, Jahrgang 1927 - wird nicht zu Unrecht als "letzter Barockmaler" bezeichnet: in atemberaubender Virtuosität schuf der Tiroler nach dem 2. Weltkrieg zahllose Fresken in Kirchen und Klöstern Tirols und Süddeutschlands, die mit barockem Schwung über die Entbehrungen - aber auch die Schuld - der jüngsten Vergangenheit hinwegzutrösten verstanden.

Während der "Kremser Schmidt" mit seiner virtuosen, aber fast ausschließlich christlichen Malerei zunehmend zum Außenseiter in der Kunstszene seiner Zeit wurde, steht eine Würdigung des künstlerischen Ausnahmetalentes Wolfram Köberl noch aus: auch seine Fokussierung auf religiöse Inhalte wird vom heutigen Publikum als unzeitgemäß wahrgenommen - ungeachtet seiner eigenständigen künstlerischen Expressivität.

Die Gegenüberstellung der beiden letzten Barockmaler zeigt die überraschenden Parallelen im Werk zweier Spätgeborener - der "letzten ihrer art".

Schwerpunktpräsentation im Kaisertrakt
1. Mai bis 26. Oktober 2018