"Trogerstift" Altenburg

Diesen Titel führt Stift Altenburg ganz zu Recht - hat doch der Südtiroler Maler Paul Troger 10 Kuppelfresken für Stift Altenburg geschaffen!
Der kunstsinnige Abt Placidus Much versammelte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die besten Handwerker und die begabtesten Künstler seiner Zeit in Altenburg, um seinen Traum von Universalität zu verwirklichen. Der Baumeister Joseph Munggenast und die Maler Paul Troger und Johann Jakob Zeiller schufen die weitläufige Klosteranlage mit ihren großartigen Deckenfresken und Wandmalereien, wie sie sich heute präsentiert.

Erleben Sie in der Bibliothek die vollendete Harmonie eines barocken Büchersaales. Staunen Sie über die groteske Krypta, in der der Tod barocke Urständ´ feiert...

Die Stiftskirche

Einblick in die Altenburger Stiftskirche

In den Jahren 1731 und 1733 freskierte Paul Troger in der Stiftskirche die Gewölbefelder über der Orgelempore und dem Presbyterium, Presbyteriumskuppel und - zweifellos sein eindrucksvollstes Werk in Altenburg - die mit mehr als 700 m2 wahrhaft monumentale Fläche der großen Hauptkuppel.

1734 ergänzte er die Ausstattung noch durch drei Ölbilder: das Hochaltarbild sowie die beiden Seitenaltarbilder stammen ebenfalls aus Trogers Hand.

Die Kaiserstiege

Spannende Durchblicke: die Kaiserstiege

In 1738 entstandenen Fresko der Kaiserstiege wiederholt Paul Troger ein allegorisches Thema, das er bereits 1735 im Marmorsaal des Stiftes Seitenstetten umgesetzt hat: "Quam bene conveniunt - Der Bund von Religion und Wissenschaft".
Der Inhalt ist den Gedanken der frühen Aufklärung verpflichtet: sowohl wissenschaftliche als auch religiöse Erkenntnis sind geeignete Wege, zur Wahrheit zu finden. Durch die Anordnung im doppelläufigen Stiegenhaus gewinnt die Darstellung auch für den heutigen Betrachter eine ganz reale Dynamik: man kann nicht gleichzeitig auf beiden Seiten die Stiege hinaufgehen, am Ende vereinen sich die Wege aber doch wieder...

Die Stiftsbibliothek

Die Altenburger Stiftsbibliothek - Tempel der Weisheit

Zwischen 1740 und 1744 entstand unter Abt Placidus Much die Altenburger Stiftsbibliothek, ein glanzvoller Höhepunkt seines Umbauprojektes. Der an die 50 Meter lange Saal wird durch drei Kuppeln Paul Trogers (1742) gekrönt, sie zeigen die Göttliche Weisheit und die vier Fakultäten Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie.

"... man kann hier sagen, daß, rein räumlich gesehen, der gewaltige Bibliothekssaal ein Hauptwerk des europäischen Hochbarocks darstellt und in seiner Raumstärke schwerlich ein Gegenstück findet, obwohl keine neue Raumform mehr geschaffen, sondern nur eine geniale Fortsetzung und Verstärkung bereits vorhandener Ideen herbeigeführt wurde."
(Kunstgeschichte Österreichs, E.Schaffran 1948)

Der Maler Paul Troger - Selbstporträt