Die „Altenburger Frauenregel“ auf Recycling-Pergament

Pater Albert Groiß OSB, langjähriger Bibliothekar des Stifts Altenburg und nun zum Administrator gewählt, stellt sein „Lieblingsbuch“ aus der Stiftsbibliothek vor: die mittelalterliche Handschrift „Altenburger Frauenregel“. Teile dieser Sammelhandschrift stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden auf wiederverwendetem Pergament (Palimpsest) geschrieben, dessen ursprünglicher Text noch heute sichtbar ist.

Das Buch enthält unter anderem einen liturgischen Kalender, ein Martyrologium, ein Nekrologium sowie die Benediktsregel in deutscher Übersetzung für ein Frauenkloster. Auffällig ist die weibliche Formulierung: Aus „Höre, mein Sohn“ wird „Hör, o Tochter“, aus „Abt“ wird „Äbtissin“ und aus „Bruder“ „Schwester“.

Ursprünglich im Frauenkloster Göttweig genutzt, gelangte die Handschrift vermutlich nach der Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert nach Altenburg. Heute umfasst sie 157 Blätter und wurde 1678 neu gebunden. In der Tourismussaison 2026 wird sie als Leihgabe im Stift Göttweig ausgestellt.

Mehr über das Lieblingsbuch von Pater Albert erfahren Sie im Artikel der Kirche bunt.

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